Ernten und verwerten statt vergammeln!

Ein gelbes Band gibt grünes Licht zur Ernte.

 

Viel heimisches Obst vergammelt jährlich an den Bäumen. Obst, das nicht geerntet wird oder nicht geerntet werden kann. Stattdessen kaufen viele Menschen ihr Obst in den Supermärkten. Dabei wird in Kauf genommen, dass die Anbaubedingungen in den produzierenden Regionen nicht hinterfragt werden können.

 

Aus verschiedenen Gründen kommt es dazu, dass Bäume nicht abgeerntet werden können. Entweder kann aus Altersgründen durch die Besitzer:innen eine Ernte nicht mehr erfolgen oder die Verwertung der Ernte ist mit viel Aufwand aber wenig Bedarf für den eigenen Haushalt verbunden. Bäume der Gemeinde werden an den Wegrändern oft aus Unkenntnis der Besitzverhältnisse und durch mangelnde Information nicht geerntet 

 

Die Mücker Bürger haben sich in der Gemeinde Mücke mit den Obst- und Gartenbauvereinen und mit Bürger:innen ausgetauscht und die Idee in die Tat umgesetzt. „Vielen Menschen soll die Gelegenheit gegeben werden, unser heimisches Obst zu verwerten und so auch wieder in Kontakt mit den Obst- und Gartenbauvereinen zu kommen“, so Barbara Binder von den MüBü. 

 

Mit einem gelben Band gekennzeichnete Obstbäume können mit Beginn der Erntezeit geerntet werden. Auf Initiative der Mücker Bürger (MüBü) wurde die Aktion „Gelbes Band!“ nun gestartet. 

 

Der Plan ist einfach: die Bäume, die abgeerntet werden dürfen, werden durch die Eigentümer mit einem gelben Band gekennzeichnet und sind damit zur Ernte freigegeben. Eine Haftung für etwaige Unfälle oder Schäden ist sowohl durch die Eigentümer, als auch die jeweils erntenden Personen ausgeschlossen. Man handelt auf eigenes Risiko. Die Grundstücke nach der Ernte ordentlich zu hinterlassen versteht sich grundsätzlich von selbst. „Die Ortsvorsteher:innen der Ortsteile geben die gelben Bänder an die Baumbesitzer:innen, die Bäume für die Aktion zur Verfügung stellen möchten, gerne aus oder vermitteln zu den Ansprechpartnern vor Ort.“ teilt Jennifer Schomber, OV in Groß-Eichen und Fraktionsvorsitzende der MüBü, mit. Ansonsten erhält man auch Informationen auf der Website der MüBü oder unter deren Infoadresse (siehe Kasten).

 

„Gerade für Familien kann es ein schönes Ereignis sein, mit den Kindern gemeinsam die Früchte vom Baum in der Nähe des Wohnortes zu ernten und dann zuhause entsprechend zu verarbeiten,“ so der Vorschlag von MüBü Jan Bellof der auch Mitglied des Obst- und Gartenbauvereines Atzenhain ist. Rainer Orth von den MüBü und Mitglied im Obst- und Gartenbauverein Groß-Eichen hat noch ein weiteres 

Angebot:“ Wer sich für die Obstsorten oder den Obstbaumschnitt sowie alles rund um die Pflege der heimischen Obstbäume interessiert, ist bei den Vereinen herzlich willkommen!“ Vielleicht ergibt sich auch tieferes Interesse und die Vereine erhalten 

wieder mehr Zuspruch.

Über eine rege Teilnahme an der Aktion „gelbes Band“ und an dem Fotowettbewerb durch Baumbesitzer:innen und Erntewillige freuen sich die Mücker Bürger und die Vertreter:innen der hiesigen Vereine bereits jetzt.